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Wie komplexe Produktionsanlagen und -maschinen effektiver geplant und spezifiziert werden können

PROFACTOR aus Steyr koordiniert bahnbrechendes Projekt für europäische Automatisierungsindustrie

Das EU-Projekt MEDEIA (Model-Driven Embedded Systems Design Environment for the Industrial Automation Sector) hat zum Ziel die Optimierung und Effizienzsteigerung bei der Projektierung von Automatisierungs- und Steuerungslösungen. Erste Ergebnisse, von denen die europäische Automatisierungsindustrie maßgeblich profitieren wird, wurden bei der Fachmesse SPS/IPC/DRIVE in Nürnberg (24. bis 26. November 2009) präsentiert. PROFACTOR ist Koordinator des bis Ende des Jahres 2010 laufenden EU-Projekts mit Partnern aus insgesamt sechs Staaten.

Gefragt sind neue Ansätze
Der Automatisierungsgrad und die damit verbundene Systemkomplexität in industriellen Anlagen steigen stetig an und resultieren in einer komplizierten und oftmals wenig effizienten Planung. Um komplexe Aufgaben zu realisieren, arbeitet vielfach eine große Anzahl an Maschinen im Verbund zusammen. Solche Systeme müssen einfach und flexibel an neue Umgebungsbedingungen anpassbar sein. Bei derzeitigen Lösungen ist dies nur sehr eingeschränkt möglich. Der Anteil des Softwareengineerings am Entwicklungsprozess liegt aktuell bei rund 55 Prozent und wird in den nächsten 15 Jahren vermutlich auf 80 Prozent steigen.  Thomas Strasser, Experte für den Bereich Robotik und Adaptive Systeme bei PROFACTOR, ist Maschinenbauer und Regelungstechniker und koordiniert das EU-Projekt MEDEIA. Er weiß wie notwendig neue Ansätze und Werkzeuge sind.

Effizienzsteigerung durch die MEDEIA-Methode
In MEDEIA arbeitet das Team an einem Multi-Domain-Modellierungsansatz für die Steuerungstechnik. Sie versuchen, verschiedene Spezifikations- und Modellierungsansätze (z.B. Gantt Charts, CAD/CAM, Matlab/Simulink, UML, VDI/VDE 3682 etc.), die im industriellen Automatisierungsfeld häufig zu finden sind, über eine Art Meta-Modell miteinander zu verknüpfen. Dadurch wird gewährleistet, dass die verschiedenen Spezifikationsansätze automatisch ineinander übergeführt werden können. Eine manuelle Transformation, wie sie derzeit unumgänglich ist, entfällt. Weitere wichtige Punkte des Projekts sind die Möglichkeit der integrierten Diagnosefunktionalität und die automatische Steuerungscodegenerierung für diverse Plattformen.

Reduktion der Design- und Implementierungsphase von bis zu 25 Prozent
Strasser ist davon überzeugt, dass die europäische Automatisierungsindustrie maßgeblich von den im Projekt MEDEIA erarbeiteten Lösungen profitieren werde. Denn durch die Resultate wird eine Reduktion der Design- und Implementierungsphase von Automatisierungssoftware von bis zu 25 Prozent erreicht. Um eine breite Anwendung der Ergebnisse sicherstellen zu können, ist sowohl eine Standardisierung der MEDEIA-Methode als auch eine Open-Source-Lösung geplant.

An MEDEIA arbeiten insgesamt neun Partner aus sechs verschiedenen Ländern. Österreich ist zahlenmäßig am stärksten vertreten. Neben PROFACTOR sind auch noch das Institut für Automatisierungs- und Regelungstechnik der Technischen Universität Wien und der niederösterreichische Softwarehersteller logi.cals kirchner SOFT mit von der Partie. Die Projektkosten belaufen sich auf 2,84 Millionen Euro, davon werden zwei Millionen Euro von der EU gefördert.

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