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Wendepunkt für den Produktionsstandort Europa

Friedrich Mader

Die Produktion ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor in Europa. Mehr als 40 Prozent unseres Bruttosozialprodukts (BIP) und 30 Prozent – oder 34 Millionen Arbeitsplätze – sind laut aktueller Statistik von Eurostat direkt der Produktion zuzuordnen. Dazu kommt, dass an jeden „Produktionsarbeitsplatz“ zwei Arbeitsplätze im produktionsnahen Dienstleitungsbereich gekoppelt sind. Ohne eine leistungsfähige Produktion würden daher auch diese Arbeitsplätze verloren gehen. Anders ausgedrückt: Eine Volkswirtschaft, die nur auf Dienstleistung basiert, würde weder in der Europäischen Union, noch sonst wo längerfristig lebensfähig sein. Unsere Volkswirtschaften brauchen daher die Produktion als Motor, Treiber und Garant für den allgemeinen Wohlstand.

Konzentration auf weltweite Technologieführerschaft

Die Produktion in Europa steht vor einem Wendepunkt. Es ist Zeit, gemeinsam strukturelle Probleme durch Globalisierung, Offshoring oder Energie- und Materialverknappung rasch anzugehen. Einer der wichtigsten Schlüsselfaktoren für eine dauerhafte Sicherung des Produktionsstandortes Europa ist dabei die Konzentration europäischer Unternehmen auf eine weltweite Technologieführerschaft in Verbindung mit hoher Forschungs- und Entwicklungskompetenz. Das bedeutet, dass Investitionen in Forschung, Entwicklung und Innovation für die produzierende Industrie in Europa von entscheidender Bedeutung sind, wenn es um die Zukunftssicherung geht.

Zentraler Treiber Flexibilisierung
Zentraler Treiber der Entwicklung von Fertigungstechnologien ist die Flexibilisierung der Produktion zur Realisierung steigender Variantenzahlen. Mass customization, neue Maschinenkonzepte, Steuerungsprinzipien und neue Varianten für Fertigungsanlagen stehen in der Produktion am Plan. Erhöhte Maschinenintelligenz, lokale Intelligenz, höhere Autonomie und dezentrale Steuerung gefragt.

Neue Generation von Robotern für die Industrie
PROFACTOR entwickelt beispielsweise Robotersysteme, die den Anforderungen der Produktion des 21. Jahrhundert gewachsen sind. Dafür erarbeiten wir neue Methoden und Systemen als Fundament für eine neue Generation von Robotern im industriellen Umfeld. Somit können monotone Prozesse mit geringer Wertschöpfung durch ein flexibles und adaptives System automatisiert werden. Rasches Umrüsten auch bei kleinen Losgrößen wird durch ein intuitives Benutzerinterface ermöglicht. Ergonomische Unterstützung bzw. die Ausführung von immer komplexeren Prozessen kann symbiotisch von Mensch und Maschine durchgeführt werden. Das human-centred Design der Systeme erlaubt deren Einsatz über die Produktion hinaus in den Bereich des Service von Produkten. Dieses Thema ist gerade für KMU von Interesse, da eine aufwendige Programmierung und Wartung von Robotersystemen vielfach nicht rentabel ist. Im Sommer berichten wir mehr über die aktuellen Entwicklungen im Bereich Robotik.

Anforderungsprofil im Wandel
Um diese neuen Produktionstechnologien entwickeln zu können, werden neue Anforderungen an die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von morgen gestellt. Immer wichtiger werden ein gesamtheitliches Vorgehen, unternehmerisches, nachhaltiges und vernetztes Denken und Handeln. Gefragt sind Fähigkeiten wie Offenheit, Bereitschaft für Neues, Flexibilität, die Bereitschaft lebenslang zu lernen, Teamfähigkeit und lösungsorientiertes Handeln.

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