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Leichtbau effizienter machen

Leichtbau ist vor allem in der Automotive-Branche und in der Luftfahrt ein relevantes Thema, Stichwort Ressourcenschonung durch geringeren Treibstoffverbrauch. Bei der Herstellung von Faserverbundteilen gibt es allerdings einen Haken: Die Produktion ist sehr arbeitsintensiv und macht das Material teuer und vielfach unrentabel. Hier setzten wir im Forschungsprojekt SelTec den Hebel an. Bei der Herstellung von Faserverbundteilen muss vom Menschen vielfach nachgearbeitet werden: Füllen, Spachteln, Schleifen, Aktivieren von Oberflächen, Lackieren und das Ausbessern von kleinen Fehlstellen ist in der Regel nötig.

Im Rahmen des Projekts SelTec werden parallel zwei Methoden erforscht, um Faserverbundteile wirtschaftlich rentabler produzieren zu können. Mit dem Einsatz von hochreaktiven Pulverlacken (TIGER Drylac) beim In-Mould-Coating Prozess sollen Faserverbundteile mit hoher Oberflächenqualität entstehen, die eine manuelle Behandlung weitgehend überflüssig machen.

Bei der zweiten Methode bringen wir unsere Kompetenz in kognitiver Bildverarbeitung ein. Das heißt, das gefertigte Verbundbauteil wird  zunächst einer automatisierten Qualitätskontrolle unterzogen. Der Faserverbundbauteil wird mittels Laserscan auf Basis der vorliegenden CAD-Daten auf Fehler untersucht. Dabei können wir auf eine breite Erfahrung in der  industriellen Bildverarbeitung zurückgreifen, die auch eine Analyse von Oberflächen mit komplexen Texturen – wie es zum Beispiel Textilien oder faserige Verbundstoffe sind –  ermöglicht.

Die Sensorik zur Detektion von Fehlstellen auf solchen Oberflächen haben wir bereits vor einem Jahr entwickelt. Sie basiert auf einer speziellen Beleuchtungstechnik. Nach dem  Entdecken von Fehlstellen können am Werkstück automatische Verbesserungsarbeiten durchgeführt werden.  Wir gehen davon aus, dass wir die Effizienz bei den manuellen Produktionsschritten um bis zu 50 Prozent reduzieren können. Das ermöglicht  einen breiteren Einsatz des Leichtbaus in der Luftfahrt sowie der Automobilindustrie und damit eine Reduktion von Emissionen.

Das Projekt wird von österreichischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen gemeinsam durchgeführt und hat ein  Gesamtvolumen von etwa 2,6 Millionen Euro. Das Konsortium wird im Rahmen des TAKE OFF-Programmes der  FFG-Forschungsförderungsgesellschaft unterstützt, um das technische Risiko der Entwicklung abzufedern.

Projektpartner (Österreich):

 

Ein Kommentar zu “Leichtbau effizienter machen”

  1. Die Relevanz des Leichtbaus greift auch der deutsche “Spiegel” (Ausgabe 42/2011: “Leicht ist schwer”)auf. In dem Artikel wird auch eine Studie von McKinsey zitiert, wonach der weltweite Bedarf an Carbon-Fasern von derzeit 35.000 Tonnen in den kommenden zehn Jahren auf 200.000 Tonnen steigt.

    Inhaltlich geht es in dem Artikel um den Streit zwischen BMW und VW um den Carbon-Hersteller SGL.

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